Aktueller Aufruf zur Mitarbeit

In den APS-Arbeitsgruppen verbinden sich Ehrenamtlichkeit und Professionalität.

Die Mitarbeit ist unabhängig von einer Mitgliedschaft im APS. Stimmrecht bei Entscheidungen über Inhalte und Handlungsempfehlungen haben allerdings nur APS-Mitglieder.

In ihrer Zusammensetzung lassen sich die Arbeitsgruppen wie folgt charakterisieren:
• offen für alle
• multiprofessionell und interdisziplinär
• von der Praxis für die Praxis

 

Wir laden Sie zur Mitarbeit in dieser neuen Arbeitsgruppe ein.
Bitte übermitteln Sie Ihr Interesse zur Mitarbeit mit Ihren Zielen und Arbeitsschwerpunkten bis 01. September 2018 per Email an info@aps-ev.de.

 

AG „Psychopharmakaverordnungen mit potentiell freiheitseinschränkender Wirkung in der Pflege“

Freiheitseinschränkende Maßnahmen werden bei pflegebedürftigen Menschen regelmäßig angewendet (Köpke, Gerlach, Möhler, Haut, & Meyer, 2012). Nachdem mechanische Fixierungen wie Bettgitter, Fixierungsgurte etc. durch zunehmende gesellschaftliche Diskussion, Aufklärung und Sensibilisierung in den letzten Jahren reduziert werden konnten, erfährt nun die Anwendung von Psychopharmaka in der Pflege zunehmend Aufmerksamkeit. Denn Psychopharmaka können sedieren und haben damit das Potential, freiheitseinschränkend zu wirken. Neben dem Aspekt der Freiheitseinschränkung sind auch die weiteren potentiellen Nebenwirkungen zu beachten, wie z.B. das Auslösen eines Delirs und ein erhöhtes Risiko für Stürze, Schlaganfälle und Todesfälle (Landreville, Voyer, & Carmichael, 2013; Thomas, 2016). Bei geriatrischen Patienten ergibt sich eine nochmals schwierigere Situation. Diese häufig multimorbide Patientengruppe erhält durchschnittlich erheblich mehr Medikamente als jüngere Menschen, verträgt sie aber gleichzeitig schlechter (Thürmann, Holt-Noreiks, Nink, & Zawinell, 2011). Zudem werden Medikamente verabreicht, welche für ältere Menschen (ab 65 Jahre) als ungeeignet eingestuft wurden (PRISCUS-Liste, Holt, Schmiedl, & Thürmann, 2010). Die Empfehlungen der Fachgesellschaften sind bezüglich Anwendung und auch Dauer der Verordnung restriktiv. Daten zeigen hier jedoch eine Diskrepanz zu der tatsächlichen Verordnungsprävalenz.

Die AG hat daher die Aufgabe, zum Thema aufzuklären, die Sensibilität der betreuenden und behandelnden Personen zu schärfen, mehr Bewusstsein für die Risiken des Einsatzes von Psychopharmaka zu schaffen und Verbesserungsansätze zu liefern. Die Zielgruppe setzt sich aus allen potentiell beteiligten Personen und Institutionen zusammen, somit sowohl Fachpersonal (Pflegepersonal, Ärzte und Apotheker aus dem niedergelassenen und stationären Bereich) als auch Patienten und Angehörige/Betreuer. Basierend auf den Leitlinien sollen konkrete Handlungsempfehlungen für diese Zielgruppen erarbeitet werden. Der Fokus liegt dabei auf der detaillierten Aufklärung bzgl. der Risiken, die durch den Einsatz von Psychopharmaka entstehen und auch bzgl. umsetzbarer Alternativen zur Psychopharmakaverordnung.