Aktueller Aufruf zur Mitarbeit

In den APS-Arbeitsgruppen verbinden sich Ehrenamtlichkeit und Professionalität.

Die Mitarbeit ist unabhängig von einer Mitgliedschaft im APS. Stimmrecht bei Entscheidungen über Inhalte und Handlungsempfehlungen haben allerdings nur APS-Mitglieder.

In ihrer Zusammensetzung lassen sich die Arbeitsgruppen wie folgt charakterisieren:
• offen für alle
• multiprofessionell und interdisziplinär
• von der Praxis für die Praxis

Für die Erarbeitung der jeweiligen Handlungsempfehlung bzw. Patienteninformation ist ein Zeitraum von 12 -18 Monaten mit mindestens vier Präsenzsitzungen und Telefonkonferenzen geplant.

Wir laden Sie zur Mitarbeit in unseren Arbeitsgruppen ein.
Bitte übermitteln Sie Ihr Interesse zur Mitarbeit mit Ihren Zielen und Arbeitsschwerpunkten per Email an info@aps-ev.de.

 

Aktueller Aufruf zur neuen AG

„Psychopharmakaverordnungen mit potentiell freiheitseinschränkender Wirkung in der Pflege“

Freiheitseinschränkende Maßnahmen werden bei pflegebedürftigen Menschen regelmäßig angewendet (Köpke, Gerlach, Möhler, Haut, & Meyer, 2012). Nachdem mechanische Fixierungen wie Bettgitter, Fixierungsgurte etc. durch zunehmende gesellschaftliche Diskussion, Aufklärung und Sensibilisierung in den letzten Jahren reduziert werden konnten, erfährt nun die Anwendung von Psychopharmaka in der Pflege zunehmend Aufmerksamkeit. Denn Psychopharmaka können sedieren und haben damit das Potential, freiheitseinschränkend zu wirken. Neben dem Aspekt der Freiheitseinschränkung sind auch die weiteren potentiellen Nebenwirkungen zu beachten, wie z.B. das Auslösen eines Delirs und ein erhöhtes Risiko für Stürze, Schlaganfälle und Todesfälle (Landreville, Voyer, & Carmichael, 2013; Thomas, 2016). Bei geriatrischen Patienten ergibt sich eine nochmals schwierigere Situation. Diese häufig multimorbide Patientengruppe erhält durchschnittlich erheblich mehr Medikamente als jüngere Menschen, verträgt sie aber gleichzeitig schlechter (Thürmann, Holt-Noreiks, Nink, & Zawinell, 2011). Zudem werden Medikamente verabreicht, welche für ältere Menschen (ab 65 Jahre) als ungeeignet eingestuft wurden (PRISCUS-Liste, Holt, Schmiedl, & Thürmann, 2010). Die Empfehlungen der Fachgesellschaften sind bezüglich Anwendung und auch Dauer der Verordnung restriktiv. Daten zeigen hier jedoch eine Diskrepanz zu der tatsächlichen Verordnungsprävalenz.

Die AG hat daher die Aufgabe, zum Thema aufzuklären, die Sensibilität der betreuenden und behandelnden Personen zu schärfen, mehr Bewusstsein für die Risiken des Einsatzes von Psychopharmaka zu schaffen und Verbesserungsansätze zu liefern. Die Zielgruppe setzt sich aus allen potentiell beteiligten Personen und Institutionen zusammen, somit sowohl Fachpersonal (Pflegepersonal, Ärzte und Apotheker aus dem niedergelassenen und stationären Bereich) als auch Patienten und Angehörige/Betreuer. Basierend auf den Leitlinien sollen konkrete Handlungsempfehlungen für diese Zielgruppen erarbeitet werden. Der Fokus liegt dabei auf der detaillierten Aufklärung bzgl. der Risiken, die durch den Einsatz von Psychopharmaka entstehen und auch bzgl. umsetzbarer Alternativen zur Psychopharmakaverordnung.

 

Aktueller Aufruf zur neuen AG „SEPSIS“

in Deutschland ist Sepsis die dritthäufigste krankheitsbedingte Todesursache. Trotzdem wird Sepsis als Risiko für Patienten unterschätzt und viele der jährlich rund 270.000 Fälle gelten als vermeidbar.

Sepsis ist als Erkrankung mit ihren Symptomen in der Bevölkerung nicht bekannt. 80% der Sepsisbetroffenen kommen bereits mit einer Sepsis ins Krankenhaus. Daher ist es wichtig, dass auch die Bevölkerung die Symptome kennt und Sepsis als medizinischer Notfall wahrgenommen wird.

Auch medizinisches Fachpersonal im ambulanten und stationären Bereich übersieht oft die Symptome oder erkennt diese zu spät. Je früher die Sepsis erkannt wird, desto einfacher ist die Behandlung. Mit jeder Stunde, die sich die Behandlung verzögert, steigt die Sterblichkeit um 2%. Daher ist eine schnelle Diagnose und Behandlung, welche durch geeignete Schulungsmaßnahmen für das medizinische Fachpersonal und Umsetzung von Maßnahmenbündel zur Prävention, Diagnose und Behandlung erreicht werden können, notwendig.

Ziel der AG „Sepsis“ ist die nachhaltige Reduzierung der Sepsissterblichkeit in Deutschland, durch eine Aufklärung der Patienten und des medizinischen Fachpersonals sowie die Umsetzung eines Nationalen Sepsisplans. Es sollen eine Patienteninformation und eine Handlungsempfehlung für das Fachpersonal in Hausarztpraxen und auf vor allem Normalstationen, Notaufnahmen und ferner Intensivstationen im Krankenhaus erstellt werden. Durch die Schaffung eines niederschwelligen Angebots durch Informationsmaterialien und Handlungsempfehlungen kann erreicht werden, dass Sepsis durch das medizinische Fachpersonal und den Betroffenen früher erkannt und zeitnah im Krankenhaus behandelt wird. Damit kann ein Beitrag geleistet werden, die Zahl an Sepsistoten in Deutschland zu reduzieren.