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Action on Patient Safety: High 5s

WHO Projekt

Reduzierung von 5 schweren Patientensicherheitsproblemen in 5 Ländern über 5 Jahre

Allgemeines

Das High 5s-Projekt wurde im Jahr 2006 von der World Health Organization (WHO) initiiert, um beim weltweit relevanten Thema Patientensicherheit aktiv zu werden. Die Bezeichnung „High 5s“ leitet sich von der ursprünglichen Intention des Projekts ab, nämlich die Reduzierung von 5 schweren Patientensicherheitsproblemen in 5 Ländern über 5 Jahre.

Die in jedem Land projektdurchführende Organisation wird als Lead Technical Agency (LTA) bezeichnet. In Deutschland ist die „LTA Germany“ eine operationelle Einheit aus dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) und dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS).

PROJEKT FÖRDERUNG

Bundesweite Krankenhausbefragung zum Klinischen Risikomanagement (kRM)

Allgemeines

Das vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. und der medizinischen Fakultät der Universität Bonn gegründete Institut für Patientensicherheit (IfPS) führte im März und April 2010 eine systematische Befragung aller deutschen Krankenhäuser zum Einführungsstand des klinischen Risiko-Managements durch.

Stand der Dinge

Das Projekt ist inzwischen in der Detailauswertungs- bzw. Publikationsphase. Ein Abschlussbericht (2012) mit allen deskriptiven Ergebnissen dieser Befragung mit insgesamt 484 teilnehmenden Krankenhäusern steht zum Download zur Verfügung.

 

Ziele

Zum einen sollte erstmalig eine detaillierte nationale Erhebung in deutschen Krankenhäusern (über 50 Betten, Betriebsstättenebene, inkl. psychiatrischer Kliniken) zum Einführungsstand des klinischen Risiko-Managements stattfinden.

Zum anderen sollte die Weiterentwicklung der Krankenhäuser auf diesem Gebiet dadurch gefördert werden, dass jedes teilnehmende Haus auf Wunsch einen individuellen Report erhielt, aus dem der eigenen Stand im Vergleich zu Häusern von ähnlicher Größe und Versorgungstyp hervorgeht.

 

Beteiligte

Neben dem Aktionsbündnis Patientensicherheit haben 2010 renommierte Organisationen wie die Bundesärztekammer, der Deutsche Pflegerat und die Deutsche Krankenhausgesellschaft zur Beteiligung an der Studie aufrufen. Von März bis Juni 2010 fand die Befragung in drei Erhebungswellen statt. Das IfPS hat in diesem Vorhaben mit dem Deutschen Krankenhausinstitut e.V. (DKI) zusammengearbeitet, das als Vertrauensstelle für die befragten Krankenhäuser fungierte und dem einzig die genaue Identität der teilnehmenden Krankenhäuser bekannt war.

 

Vorgehensweise

Das in dem Projekt eingesetzte Instrument (siehe Anhang im Abschlussbericht) fragte in Anlehnung an einen Fragebogen, den die ETH Zürich und die Hochschule Luzern –Wirtschaft 2007/2008 in der Schweiz für eine dortige nationale Erhebung entwickelt haben, auf detailliertem Niveau nach den Strategien, Zielen und Strukturen des kRMs

  • der Nutzung externer Unterstützung und Beratung,
  • den Methoden der Risikoinformationssammlung,
  • dabei speziell nach CIRS (Critical Incident Reporting System),
  • Verfahren der Analyse von klinischen Risiken,
  • konkreten Maßnahmen zur Verminderung von Risiken,
  • Methoden der Risikoüberwachung,
  • der Dokumentation und Darlegung der kRM-Aktivitäten,
  • Verbesserungs- und Fortbildungsbedarf sowie
  • erkannten klinischen Risikoschwerpunkten.

 

Finanzierung

Das Projekt wurde dem APS e.V. vom AOK-Bundesverband im Rahmen der Förderung des Instituts für Patientensicherheit in Auftrag gegeben und finanziert.

 

Ansprechpartner

Institut für Patientensicherheit der Universität Bonn
Stiftsplatz 12, 53111 Bonn
Tel.: +49 / 30 / 346 46 2226

 

Weitere Informationen

Abschlussbericht

EUNetPaS – European Union Network for Patient Safety

ALLGEMEINES

Auf die Initiative der „Patient Safety and Quality of Care Working Group“ (PSQCWG) hin wurde ein vorläufig auf 2,5 Jahre Laufzeit befristetes und von der EU-Kommission und von der EAHC (European Agency for Health and comsumers) gefördertes Projekt – „European Union Network for Patient Safety“ (EUNetPaS) – auf den Weg gebracht, das sich auf die Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Patientensicherheit in den EU-Ländern konzentriert (Laufzeit Februar 2008 bis Juli 2010).

 

BASIS UND ZIEL

Basis der Arbeit des Projektes EUNetPaS ist die Vernetzung der Akteure mit dem Ziel, den Informationstransfer zwischen den EU-Ländern zu fördern und Möglichkeiten des Länder-übergreifenden aktiven Voneinander-Lernens zu schaffen. Alle 27 EU-Mitgliedsstaaten bringen ihre Informationen und Erfahrungen mit Aktivitäten im Bereich Patientensicherheit ein und arbeiten gemeinsam an Empfehlungen und Lösungsvorschlägen zu den Themen

Etablierung von Fehlerlernsystemen,
Steigerung der Sicherheitskultur,
Arzneimitteltherapiesicherheit sowie
Aus-, Fort- und Weiterbildung (Education and Training).

Außerdem ist es Ziel des Projektes, dass in jedem der 27 Mitgliedstaaten ein nationales Netzwerk aufgebaut wird, in dem sich die Ansprechpartner in den Ländern zusammen schließen und die Informationen so gebündelt und leichter für alle Interessierten zur Verfügung gestellt werden können.

 

NETZWERKE UND PLATTFORMEN

Zwischenzeitlich sind in folgenden Ländern – neben dem APS in Deutschland als Vorreiter – nationale Netzwerke und Plattformen mit dem Fokus auf Patientensicherheit aufgebaut worden:

Belgien
Dänemark
Finnland
Frankreich
Griechenland
Großbritannien
Irland
Österreich
Polen
Schweden
Spanien

 

WEITERE INFORMATIONEN

 Website:

www.eunetpas.eu

Alle Informationen, die über dieses Projekt EU-weit generiert werden, sollen im Jahr 2010 über die Projekthomepage www.eunetpas.eu bereitgestellt werden.
Als zentraler Ansprechpartner für Deutschland ist das APS als sogenannter „National Contact Point“ an EUNetPaS beteiligt. Die operative Umsetzung der Projektarbeit hat die Ärztekammer Berlin als Projektpartner übernommen. Die inhaltliche Beteiligung am Projekt beschränkt sich auf das Thema Aus-, Fort- und Weiterbildung für Patientensicherheit.

Als aktueller Stand (Dezember 2009) bezogen auf diesen Themenschwerpunkt lässt sich zusammenfassen, dass der langwierige Prozess der Erstellung einer Entwurfsfassung einer sogenannten „Guideline“ im Januar 2010 abgeschlossen sein wird. Die „Guideline“ erhebt den Anspruch, relevante Eckpunkte zu definieren, die praktische Hilfestellung bei der Konzeption, Durchführung, Evaluation und Auswahl von Aus-/ Fort- und Weiterbildungsangeboten geben.
Im Frühjahr 2010 wird die „Guideline“ einer auf die Projektbeteiligten bezogenen Konsultations- und Kommentierungsphase unterzogen.

 

ZWISCHENFAZIT

Als positives Zwischenfazit von EUNetPaS lässt sich feststellen, dass sich alle EU-Mitgliedsstaaten aktiv einbringen und Strukturen für einen Wissenstransfer – wer macht was und wie in Europa? – aufgebaut werden.