10.000 Menschenleben jedes Jahr zusätzlich retten

Der Europäische Tag des Notrufs 112 am 11.2.2026 als Gelegenheit, die Politik nochmals eindringlich an den Aktionsplan Wiederbelebung zu erinnern

Der akute Herz-Kreislaufstillstand ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Bis zu 10.000 davon betroffene Menschen könnten dieses Ereignis überleben, wenn unverzüglich an Ort und Stelle mit der Herzdruckmassage begonnen würde und dies so lange fortgeführt würde, bis professionelle Hilfe eingetroffen ist. Denn nicht immer befindet sich geschultes medizinisches Personal in unmittelbarer Nähe, wenn ein Herz-Kreislaufstillstand eintritt. Umso wichtiger ist die Ausbildung von Laien, um möglichst flächendeckend Menschen mit Herz-Kreislaufstillstand zu reanimieren.

„Wir wissen seit Jahren, was zu tun ist. Jetzt braucht es eine verbindliche und flächendeckende Umsetzung des Aktionsplans Wiederbelebung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Bernd W. Böttiger, Vorstandsvorsitzender vom German Resuscitation Council (GRC).

Der Europäische Tag des Notrufs 112 ist seit 2009 ein jährlicher Aktionstag am 11. Februar, gemeinsam vom Europäischen Parlament, vom Rat der Europäischen Union und von der Europäischen Kommission eingeführt. Er soll wiederkehrend an die im Datum enthaltene Notrufnummer 112 erinnern. Auch sie kann wie die schnelle Herzdruckmassage Leben retten.

Während Deutschland sich mit dem Datum 11.2. und der Notrufnummer 112 als länderübergreifendes Notrufsystem mit Europa auf Augenhöhe befindet, besteht bei der Ausbildung zur Wiederbelebung durch Laien immer noch ein erheblicher Nachholbedarf zu unseren Nachbarländern. So sind Wiederbelebungsmaßnahmen immer noch nicht fester Bestandteil des Schulunterrichts in jedem Bundesland. Viele Erwachsene wurden ein erstes und einziges Mal im Rahmen der anstehenden Führerscheinprüfung in Erster Hilfe geschult. Wiederauffrischungen fehlen, und damit die spontane Bereitschaft zur sofortigen Laienreanimation. Die ersten drei bis fünf Minuten können den entscheidenden Unterschied zwischen Überleben und Tod ausmachen.

Wer möchte nicht, dass seine nächsten Angehörigen, Arbeitskollegen und jeder Mitmensch durch beherzte Herzdruckmassage vor dem Herztod bewahrt werden?

112 und Herzdruckmassage helfen nicht nur am 11.2., sondern an 365 Tagen rund um die Uhr. Nicht von ungefähr folgt auf dieses Datum der 14.2. als Tag der Herzgeschenke. Das beste und nachhaltigste Geschenk an alle Bürgerinnen und Bürger besteht aus der zügigen Umsetzung des Aktionsplans Wiederbelebung durch den Gesetzgeber. Andere Länder zeigen uns: Gesetzliche Vorgaben verdreifachen bis verfünffachen die Überlebensrate beim plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand.

„Wiederbelebung muss in Deutschland so selbstverständlich werden wie das Wählen der 112“, betont Dr. med. Christian Deindl, Stellvertretender Vorsitzender des APS. „Der Aktionsplan Wiederbelebung darf nicht länger aufgeschoben werden.“

Über den German Resuscitation Council (GRC)
Der German Resuscitation Council (GRC) ist die nationale Fachgesellschaft für Reanimation in Deutschland. Er setzt sich für die Verbesserung der Überlebensraten nach Herz Kreislaufstillstand ein und engagiert sich für wissenschaftlich fundierte Leitlinien, Aus und Fortbildung sowie die Einführung von Wiederbelebungsunterricht an Schulen.
Vorstandsvorsitzender des GRC ist Prof. Dr. Dr. h.c. mult. B. Böttiger. Er engagiert sich seit vielen Jahren national und international für die Stärkung der Laienreanimation und die strukturelle Verankerung von Wiederbelebungsunterricht im Bildungssystem. Als ausgewiesener Experte für Notfall und Intensivmedizin setzt er sich insbesondere für eine verbindliche Umsetzung des Aktionsplans Wiederbelebung in Deutschland ein. Dabei wird er u.a. vom Kooperationspartner Aktionsbündnis Patientensicherheit unterstützt.

Über das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS)
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) e.V. wurde 2005 mit dem Ziel der Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland gegründet. Als gemeinnütziger Verein setzt es sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein und widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden. Das APS unterstützt daneben als Konsortial- oder Kooperationspartner Projekte, die eine sichere Patientenversorgung zum Ziel haben.

Kontakt beim Aktionsbündnis Patientensicherheit:
Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.
Alte Jakobstraße 81
10179 Berlin

Tel. +49 (0)30 36 42 81 6-10
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