Preisträger

Die Preisträger*innen des
Deutschen Preises für Patientensicherheit 2020

Der APS-Vorstand, die Kooperationspartner und die Jurymitglieder gratulieren sehr herzlich den diesjährigen Preisträger*innen.

Die feierliche Verleihung, die traditionell auf unserer Jahrestagung in Berlin stattfindet, musste wegen der Corona-Pandemie leider ausfallen. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die Projekte der Preisträger*innen und weitere eingereichte Arbeiten vor.

Pressemeldung

Vorwort

Der Preis ist eine Anerkennung für das Engagement einzelner Personen und Teams für die Stärkung der Patientensicherheit. Er soll ein Zeichen setzen, um die Sicherheitskultur im Gesundheitswesen nachhaltig zu fördern.

Die in diesem Jahr prämierten Projekte haben eines gemeinsam: Sie verbessern nicht nur die Patientensicherheit in der eigenen Einrichtung, sondern sind darauf ausgerichtet, darüber hinaus zu einer sicheren Versorgung beizutragen.

Ansätze für Verbesserungen der Patientensicherheit sind dann besonders wertvoll, wenn sie möglichst breit, also über die eigene Einrichtung hinaus, die Versorgung besser und sicherer machen. Das bedeutet aber auch, dass sie sich finanziell nicht immer rechnen. Wir freuen uns deshalb besonders, dass wir den Preis an Projekte vergeben können, die dieser gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden.

Darüber hinaus haben wir auch in dieser Ausschreibungsrunde wieder viele innovative Konzepte und Ideen kennenlernen dürfen, die uns gezeigt haben, wieviel Eigeninitiative und persönliches Engagement zur Stärkung der Patientensicherheit eingesetzt und investiert werden. Das ist bemerkenswert und hat uns dazu veranlasst, die Bewertungskriterien für die nächste Ausschreibungsrunde zu ändern, um auch nicht-universitäre Einrichtungen stärker zur Bewerbung zu motivieren.

Wir gratulieren den Preisträger*innen und bedanken uns bei allen Bewerberinnen und Bewerbern!

Auch unseren Kooperationspartnern sei herzlich gedankt – Felicitas Janßen, Silvia Petak-Opel und Michael Petry, die uns von Beginn dieses Projektes an begleiten und unterstützen.

Und ein großes Dankeschön an unsere Jurymitglieder, die sich mit ihrer Expertise und ihrer wertvollen Zeit so wohlwollend für dieses Projekt engagieren – Peggy Ahl, Claudia Emma Dachs, Franziska Diel, Ingo Heberlein, Felicitas Janßen, Wolf-Dieter Ludwig, Martin Meilwes, Klaus Schlüter, Claudia Doris Spies und Christoph Straub.

 

Vielen Dank!

Ihre Ruth Hecker

 

 

Platz 1

Projekt „Arzneimittelinformation Palliativmedizin“

Constanze Rémi (Hauptautorin) und Team
Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin Klinikum der Universität München

Der erste Platz, der mit 10.000 Euro dotiert ist, geht an die Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin der LMU München für das Projekt „Arzneimittelinformation Palliativmedizin“. Hier können sich Ärzt*innen, Apotheker*innen und Pflegekräfte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum bezüglich einer sicheren Arzneimitteltherapie für die von ihnen betreuten palliativen Patient*innen beraten lassen. Mehr als 1.000 Anfragen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden bereits beantwortet. Die Befragung der Anfragenden hat ergeben, dass die Praxisrelevanz der Auskünfte als hoch eingeschätzt wird und auch positive Effekte auf die Symptomkontrolle und somit die Lebensqualität der PatientInnen zu verzeichnen waren.

„Mit der Verleihung des Preises wollen wir die Anlaufstelle noch bekannter machen und das zweckgebundene Preisgeld soll dazu beitragen, dass das kostenfreie Angebot weiter fortgesetzt werden kann,“ erklärt Ruth Hecker die Entscheidung der 10-köpfigen Preisjury.

 

v.l.n.r.: Claudia Bausewein, Constanze Rémi, Alina Hermann, Stephanie Büsel (Mai 2020)
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Platz 2

Projekt „Erhöhung der Patientensicherheit durch automatisierte Aufbereitung von Ultraschallsonden – Lösung für ein bisher ungelöstes Problem“

Dr. med. Dr. med. univ. Markus Lerchbaumer (Hauptautor) und Team,
Interdisziplinäres Ultraschallzentrum und Ultraschallforschungslabor, Charité Universitätsmedizin Berlin

An das Projekt zur Erhöhung der Patientensicherheit durch automatisierte Aufbereitung von Ultraschallsonden des Interdisziplinären Ultraschallzentrums und Ultraschallforschungslabor der Klinik für Radiologie an der Charité geht der mit 6.000 € dotierte zweite Platz. Ultraschallsonden, über die wegen des engen Körperkontakts leicht Erreger verbreitet werden können, werden üblicherweise mittels manueller Wischdesinfektion gereinigt, was bereits von der KRINKO als bisher ungelöstes Infektionsrisiko identifiziert wurde. Das automatisierte Verfahren mit Integration in die Dokumentation im Krankenhausinformationssystem, das von den Preisträgern entwickelt und mittlerweile schon auf weitere Krankenhäuser ausgerollt wurde, verspricht wesentliche Verbesserungen beim Schutz der Patienten vor Infektionen während der Untersuchung.

„Hier wird eine schon lange bekannte Lücke in der Hygiene, für die den Praktikern vor Ort keine Lösung zur Verfügung stand, praxistauglich geschlossen,“ lobt Ruth Hecker das Projekt von Dr. Lerchbaumer und seinem Team an der Charité.

 

Das Team der Uro-Radiologie im interdisziplinären Ultraschallzentrum der Charité (Mai 2020) v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Thomas Fischer (Radiologie, Leiter US-Zentrum), Dr. med. Andreas Maxeiner (Urologie, Schwerpunkt fusionsbasierte Prostatabiopsie), Dr. med. Dr. med. univ. Markus Lerchbaumer (Lehr- und Forschungskoordinator US-Zentrum)
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Platz 3

Projekt „Die Entwicklung einer nationalen elektronischen Gedächtnis- und Entscheidungshilfe für Notfälle in Anästhesie (eGENA)“

Dr. med. Mark Weinert, DESA (Hauptautor), Facharzt für Anästhesiologie
Dr. med. Hendrik Eismann, Facharzt für Anästhesiologie, Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Priv. Doz. Dr. med. Michael St.Pierre, DEAA, Oberarzt Anästhesiologische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen

Der dritte Platz und damit 3.500 € Preisgeld gehen dieses Jahr an ein Projekt der Anästhesiologie. Die elektronische Gedächtnis- und Entscheidungshilfe für Notfälle in Anästhesie (eGENA) ist eine elektronische Gedächtnisunterstützung, die auf einem Computer oder Tablet im Operationssaal zur Verfügung gestellt wird, um bei Notfällen zu helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sie stellt Informationen und Entscheidungshilfen zur Verfügung, die für die betreuten PatientInnen lebensrettend seinen können.

„In einem Flugzeug gibt es Checklisten, um zu helfen, im Notfall, wenn alles schnell gehen muss und die handelnden Personen unter Druck stehen, keine wichtigen Schritte oder entscheidungsrelevanten Fragen zu vergessen. Eine solche Hilfe entlastet auch im Operationssaal und erhöht so die Sicherheit der Patientinnen und Patienten,“ weiß Ruth Hecker, selbst Anästhesistin, aus eigener Erfahrung.

 

 

Dr. Mark Weinert im Video
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Sonderpreis

Projekt „Schlaganfallaufklärung: „Ein Cartoon rettet Leben“

Sandra Gruß (Hauptautor)
Evangelisches Klinikum Bethel

Auch in diesem Jahr hat sich die Preisjury entschlossen, einen Sonderpreis zu vergeben, der zwar nicht mit einem Preisgeld verbunden ist, dafür aber mit der Unterstützung des APS, eine gute Initiative noch breiter bekannt zu machen. Der Preis geht an das Evangelische Klinikum Bethel, die zusammen mit dem bekannten Cartoonisten Ralph Ruthe ein Aufklärungsvideo zur Erkennung und richtigen Reaktion bei Schlaganfallsymptomen erstellt und anlässlich verschiedener Aktionstage weiter verbreitet haben. Insgesamt wurde das Video seit Mai 2017 auf den unterschiedlichen Kanälen 1.337.978 Mal (Stand: 30.10.2019) aufgerufen. Das Video wurde seit Veröffentlichung insgesamt 36.920 Mal von Usern geteilt.

„Genauso stellen wir uns eine gelungene Aufklärung der Bevölkerung vor,“ fasst Ruth Hecker die Einschätzung der Preisjury zusammen.

 

Prof. Dr. Rüdiger Schäbitz, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Evangelischen Klinikum Bethel (links) und Ralph Ruthe (2017 am Tag der Erstausstrahlung)
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Veröffentlichung weiterer eingereichter Arbeiten 2020

Um den Deutschen Preis für Patientensicherheit 2020 haben sich insgesamt 21 Einrichtungen, Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen beworben.

Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Patientensicherheit und stellen hierfür wichtige Maßnahmen dar. Wir freuen uns, dass wir von einigen Bewerbern das Einverständnis erhielten, das jeweilige Exposé ihrer Bewerbung zu veröffentlichen.

(alphabetisch nach Hauptautor sortiert)

 

Critical Incident Reporting System zur Erhöhung der Patientensicherheit im Rettungsdienst – Netzwerk Medizinprodukte Sicherheit

Dr. med. Thomas Castner, Netzwerk Medizinprodukte Sicherheit (Hauptautor)

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AHOI – Patient im Boot / Infection control perception and behavior: a question of sex and gender? Results of the AHOI feasibility study

Tillmann Görig , Universitätsmedizin Greifswald (Hauptautor)

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Priapism induced by various psychotropics: A case series

Dr. rer. nat. Timo Greiner, Immanuel Klinik Rüdersdorf, Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie/ Medizinische Hochschule Brandenburg (Hauptautor)

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Interdisziplinäre alterstraumatologische Visite der Medizinischen Hochschule Hannover

Dr. med. Olaf Krause, Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin (Hauptautor)

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Strategien zur Patientensicherheit – Europas größter und modernster Klinikneubau am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein ist geschafft!

Prof. Dr. Dr. Rainer Petzina, UNIVERSITÄTSKLINIKUM Schleswig-Holstein (Hauptautor)

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Das zahnschonende Laryngoskop

Dr. med. Andreas Schlicker, Herzzentrum Lahr (Mediclin) (Hauptautor)

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Neuroleptic malignant syndrome: evaluation of drug safety data from the AMSP program during 1993–2015

Dr. med. Michael Schneider, Immanuel Klinik Rüdersdorf, Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie/ Medizinische Hochschule Brandenburg (Hauptautor)

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24 Empfehlungen für guten Umgang mit Patienten

Dr. med. Dieter Zahn (Hauptautor)

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