Innovationsfonds-Projekt

ERFAHRUNGEN TEILEN –

ein kooperatives Lernprojekt

für mehr Patientensicherheit

WAS WIR GEMEINSAM VERBESSERN WOLLEN

Anwender von externen CIRS kennen das: Man sucht nach Fällen, jedoch sind die Suchfunktionen der Suchmaske beschränkt. Auch Sätze wie „Als Qualitätsmanager melde ich einen Fall und muss sehr lange warten, bis der Fall kommentiert wurde. Meistens habe ich noch Verständnisfragen, die ich nicht stellen kann oder erhalte allgemeine Rückmeldungen“ spiegeln nicht selten die Erfahrungen mit den Systemen wider.

 

Wir vom Innovationsprojekt „Erfahrungen teilen“ (LüfMS, Förderkennzeichen 01VSF18046) finden, das geht im Zeitalter der Digitalisierung besser. Unser Projekt soll dazu beitragen, die Bedürfnisse der Anwender von externen CIRS stärker in den Vordergrund zu stellen und die Betreiber untereinander zu vernetzen. Unser Projekt richtet sich an die Organisationen, die einrichtungsübergreifende Fehlermeldesystem (üFMS) betreiben sowie an Mitarbeiter stationärer und ambulanter Einrichtungen, die diese Systeme nutzen.

 

Im Fokus steht in unserem Projekt das Lernen, ganz im Sinne von „Erfahrung teilen“: So stellen wir Strukturen zur Verfügung, damit Betreiber und Nutzer voneinander, aber auch Betreiber untereinander lernen können. Auf Symposien und mittels Nutzerbefragungen werden die Sichtweisen und Bedarfe zwischen Nutzern und Betreibern zusammengebracht. Gegenseitige Vorstellungen von ‚best practice‘ Beispielen unter den Betreibern sollen unter anderem dabei helfen, Synergieeffekte zu nutzen und gegebebenfalls Systeme und Melde- und Analyseprozesse aufeinander abzustimmen. Insgesamt ist es unser Ziel, die Anwenderfreundlichkeit sowie die Lernpotentiale von üFMS bzw. externen CIRS für eine stärkere Patientensicherheit zu untersuchen und langfristig zu verbessern. Die leitende Fragestellung in unserem Projekt ist dabei, inwieweit Prozesse um und die Anwendung ‚externes CIRS‘ so angepasst werden können, dass sie Nutzern als Lernquelle dienlich sind.

 

Wer wir sind

Erfahrungen teilen – Das kooperative Lernprojekt für mehr Patientensicherheit ist ein vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördertes Projekt (Förderkennzeichen 01VSF18046, Akronym LüFMS). Das Projekt wird vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) gemeinsam mit dem Konsortialpartner Techniker Krankenkasse (TK) sowie den Kooperationspartnern Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Institut für Allgemeinmedizin (IfAM) / Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) durchgeführt.

Unser Vorgehen

Das Projekt startete am 1. April 2019. In der ersten Phase wurden alle derzeitigen Anbieter externer CIRS in Deutschland anhand einer Dokumentenanalyse identifiziert sowie eine Bestandsaufnahme dazugehöriger Systeme erstellt. Die so ermittelten Anbieter wurden im Zeitraum von Dezember 2019 bis März 2020 leitfadengestützt zu ihren Prozessen, Kapazitäten und ihrer Vernetzungs- und Veränderungsbereitschaft interviewt. Die zweite Phase bestand in der Online-Befragung der Anwenderinnen und Anwender. Dazu wurden die QM-Beauftragten aller Krankenhäuser und Krankenhausverbünde in Deutschland angeschrieben und aufgerufen, sich an der Befragung zwischen Oktober und Dezember 2019 zu beteiligen. Der Fokus lag dabei auf förderliche und hemmende Nutzungsaspekte sowie der Bedarfe. Ambulante Einrichtungen wurden ebenfalls gebeten, an einer schriftlichen Befragung teilzunehmen.

 

Diese auf Selbstauskunft und Dokumentanalyse beruhende Projektergebnisse sowie methodische Vorgehensweise finden Sie zusammengefasst auf der Projektseite luefms.aps-ev.de. Diese Seite entstand im Zuge unseres ersten digitalen Symposiums am 26. März 2020. Eingeladen waren Vertreter vom G-BA, Projektmitglieder sowie Anbieter und Nutzer externer CIRS.

 

Die dritte Phase besteht aus den Betreiber-Treffen. Diese finden seit Juni 2020 regelmäßig in digitaler Form statt. Gemeinsam mit den Betreiberorganisationen und im Austausch mit den Nutzer*innen der einrichtungsübergreifenden CIRS soll eine Liste von Best-Practice für die Systeme bzw. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Systeme erstellt werden.

 

In jährlichen (kostenfreien) Symposien werden die erarbeiteten Zwischenergebnisse vorgestellt. Das zweite Symposium im Projekt „Erfahrungen teilen“ fand am 25. Februar 2021 statt. Teilgenommen haben zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer sowie Betreiber einrichtungsübergreifender Berichts- und Lernsysteme. Wir sind sehr erfreut, als Keynote-Speaker Herrn Prof. David Schwappach der Stiftung Patientensicherheit Schweiz gewonnen zu haben. Herr Prof. Dr. David Schwappach informierte die Teilnehmenden des Symposiums in seinem Vortrag unter anderem über mögliche Potentiale und einen erweiterten Nutzen – und Wertschöpfungsfokus einrichtungsübergreifender Berichts- und Lernsysteme (link zu den folien). Die weiteren Vorträge der Veranstaltung (unter anderem Ergebnisse der Nutzerbefragung und Zusammenfassungen der Workshops ) finden Sie hier. Wir danken allen Teilnehmenden des Symposiums für die Diskussionen und den intensiven Austausch!

 

Online-Abschlusssymposium am 24.02.2022

Im Rahmen des Innovationsfonds-Projekts „Erfahrungen teilen“ fand am 24. Februar 2022 von 10.00 bis 12.00 Uhr das 3. Online-Symposium statt. Das Projektteam und weitere Referenten stellten die zentralen Ergebnisse und insbesondere die im Projekt erarbeiteten Empfehlungen zur Weiterentwicklung einrichtungsübergreifender Berichts- und Lernsysteme vor.

 

hier finden Sie die Folien zur entsprechenden Online-Veranstaltung.

 

Hier finden Sie den Video-Mitschnitt zur Online-Veranstaltung.

Wissenschaftliche Begleitforschung

Das dreijährige Projekt wird wissenschaftlich mit einer Prozess- und Outcome-Evaluation unterstützt. Während die Prozessanalyse die Zusammenarbeit und Vernetzung aus der Betreiber-Perspektive bewertet, beschäftigt sich die Outcome-Evaluation mit der Bereitschaft der Betreiber zu mehr Innovation durch die Projektarbeit sowie der Bewertung geplanter Veränderungen am System und dem Melde- und Analyseprozess aus Nutzerperspektive. Methodisch wird dies mit quantitativen (Kurz-)Fragebögen in 2021 und 2022 umgesetzt.

 

Ein Überblick über die einzelnen Projektphasen und wissenschaftlichen Befragungen können Sie diesem Zeitstrahl entnehmen.

Zeitstrahl_LüFMS

Machen Sie mit! Ihre Beteiligung am Projekt

Wenn Sie sich an dem Projekt beteiligen wollen, melden Sie sich gern unter den angegebenen Kontaktdaten. Wir suchen interessierte Nutzer, die sich an den Befragungen beteiligen und Anregungen auf den Symposien einbringen.

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:

Projektleitung

Konsortialführung Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V., APS
Dagmar Lüttel

luettel@aps-ev.de
Tel. 030 3642816 26

 

Bei Fragen steht Ihnen das Projektteam gern zur Verfügung:

Sandro L‘Assainato

Wissenschaftliche Projektkoordination

lassainato@aps-ev.de
Tel. 030/364281616

 

Konsortialpartner Techniker Krankenkasse
Dr. Kerstin Hofreuter-Gätgens (Teil-Projektleitung)
Dr.Kerstin.Hofreuter-Gaetgens@tk.de
Tel. 040/69092420

Titelbild: Bilddatenbank des Konsortialpartners (TK)