Archiv

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2018

Preisverleihung Deutscher Preis für Patientensicherheit 2018

Die feierliche Verleihung des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2018 fand am 03.05.2018 im Rahmen der APS-Jahrestagung am 03./04.05.2018 in Berlin statt.

Download Pressemeldung

Download Broschüre 2018

 

Bild (v.l.n.r.): Prof. Dr. Worth (Deutsche Atemwegsliga) Dr. Ginski/Dr. Dr. Treder/Rosenbaum/Dr. Hünefeld(St. Franziskus Stiftung Münster), Dr. Röher/Dr. Apostolidou (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) Monika Andraschko (Apotheke des Klinikums der Universität München)

Platz 1, dotiert mit 10.000 Euro

Das Kompetenzzentrum für Mikrobiologie und Hygiene der St. Franziskus-Stiftung Münster – Interdisziplinär und nah am Patienten für mehr Patientensicherheit

Jedes Jahr sterben etwa 15000 Patienten in Akutkrankenhäusern an Infektionen (Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene). Die Vermeidung von Infektionen im Krankenhaus und die zeitnahe Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Infektionen sind daher von zentraler Bedeutung für die Patientenversorgung. Eine hohe interdisziplinäre Vernetzung der Infektiologie, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene ist für ein effektives Infektionsmanagement unerlässlich. Gleichwohl werden diese komplexen Aufgaben in Krankenhäusern meistens von unterschiedlichen Abteilungen und häufig auch von externen Dienstleistern wahrgenommen.

Das Kompetenzzentrum für Mikrobiologie und Hygiene der St. Franziskus-Stiftung Münster hingegen verfolgt ein umfassendes interdisziplinäres Gesamtkonzept für mehr  Patientensicherheit mit dem Fokus auf Infektionsvermeidung, Infektionsmanagement und Schutz vor Keimübertragung.

Die Fachdisziplinen sind im Kompetenzzentrum gebündelt und sehr eng mit den klinischen Abteilungen verzahnt. Eine hauseigene mikrobiologische Diagnostik mit kurzer Untersuchungsdauer und 24/7- Verfügbarkeit, sowie eine leitliniengerechte standardisierte Therapie mit Antiinfektiva ermöglichen eine optimierte Behandlung von Patienten mit Infektionen. Die positiven Effekte sind direkt greifbar: Im Rahmen der Tätigkeiten des Antibiotic Stewardship (ABS) konnte z.B. gezeigt werden, dass die Steuerung der Verbräuche von Antibiotika zu einer Reduzierung der nosokomialen Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) führte. Die Verbesserung des diagnostischen Vorgehens führt dazu, dass die oftmals lebensgefährlichen Blutstrominfektionen deutlich früher diagnostiziert werden als bei Untersuchungen durch externe Einrichtungen; der Zeitvorteil kann bis zu 24 Stunden betragen und Leben retten. Die zeitnahe Bestimmung der Spiegel ausgewählter Antibiotika durch Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) bei Intensivpatienten wird dazu genutzt, Dosierungen an die individuelle Situation von Patienten anzupassen, um ausreichende Wirkspiegel sicher zu gewährleisten. Die Blutkulturdiagnostik konnte durch die Entwicklung und Einführung eines standardisierten Entnahmesets verbessert werden; die Rate falsch positiver Blutkulturergebnisse konnte entscheidend gesenkt werden. Mit der Implementierung des Kompetenzzentrums für Mikrobiologie und Hygiene mit seinem 22-köpfigen Mitarbeiterteam konnte nun eine verbesserte Behandlungsqualität und Patientensicherheit für die zur St. Franziskus-Stiftung Münster gehörigen 15 Krankenhäuser bei der Diagnostik und Behandlung von Infektionskrankheiten realisiert werden.

Hauptautor:
Dr. med. Dr. rer. nat. Wolfgang Treder, Chefarzt des Kompetenzzentrums für Mikrobiologie und Hygiene


Preisträger St. Franziskus Stiftung Münster
(v.l.n.r.) Dr. Ginski, Herr Rosenbaum, Dr. Dr. Wolfgang Treder, Dr. Daisy Hünefeld mit Jurorin Claudia Dachs

Platz 2, dotiert mit 6.500 Euro

MARIAM – Mehr AMTS durch Identifizierung von Risikofaktoren bei der Arzneimittelanamnese

Die stationäre Aufnahme von Patienten ist eine klassische und zugleich kritische Schnittstelle im Gesundheitswesen. Eine strukturierte Arzneimittelanamnese ist Voraussetzung für eine risikoreduzierte Arzneimittelversorgung und Gewährleistung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) während des stationären Aufenthaltes. Die Arzneimittelanamnese bei stationärer Aufnahme durch Apotheker ist an verschiedenen operativen Kliniken bereits etabliert. Die Herausforderung in der Praxis ist es, besonders gefährdete Patienten schnell zu erkennen. MARIAM ist ein interprofessionelles Projekt der Apotheke, Ärzte und Pflege im Klinikum der Universität München. Es wird geprüft, ob beim Patienten Risikofaktoren vorliegen, die die AMTS stationär und gegebenenfalls in der ambulanten Weiterbehandlung beeinflussen können. Die Patienten können auf relevante Risikofaktoren, wie fehlerhaftes präoperatives Absetzen von Arzneimitteln, eingeschränkte
Nierenfunktion, QT-Zeit-Verlängerung, Penicillinallergie und anticholinerge Belastung gescreent werden. Die Informationen stehen dem behandelnden Arzt am „point of care“ im Klinischen Arbeitsplatzsystem (KAS) zur Verfügung, damit können die für den Patienten relevanten Maßnahmen zur Sicherung der AMTS umgehend veranlasst werden.

Auch von Ärzten anderer Fachrichtungen, z.B. Konsildienste sind sie einsehbar, im Entlassmanagement können die Informationen für Medikationspläne und Angaben zur Arzneimitteltherapie im Arztbrief genutzt werden. Im Rahmen von Diplom- und Doktorarbeiten werden die verschiedenen Teilaspekte von MARIAM weiter ausgebaut, evaluiert und veröffentlicht.

Projektgruppe:
Dr. Dorothea Strobach und Monika Andraschko, MBA, Apotheke des Klinikums der Universität München

 

Preisträgerin Monika Andraschko, Apotheke des Klinikums der Universität München mit Juror Dr. Kristian Löbner

Platz 3, dotiert mit 3.500 Euro

Verbesserung von Wirksamkeit und Sicherheit inhalativer Medikamente durch ubiquitär verfügbare Filme

Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD werden vorwiegend mit inhalativen Medikamenten behandelt. Es gibt zahlreiche Inhalationssysteme, die unterschiedlich zu handhaben sind. Die Inhalationstechnik muss erklärt und regelmäßig geübt werden. Im klinischen Alltag werden bei der Inhalationstechnik oft Fehler gemacht.

Die Deutsche Atemwegsliga e.V. hat eine flächendeckend und jederzeit verfügbare videogestützte Aufklärungsplattform aufgebaut, bei der sowohl Fachleute als auch Patienten und Patientinnen jederzeit die notwendigen und korrekten Informationen und Anleitungen über die jeweiligen Inhalationssysteme und -techniken abrufen können. Die richtige Anwendung der Inhalationssysteme wird in kurzen Filmen dargestellt. Die Filme sind in mehreren Sprachen über YouTube und atemwegsliga.de abrufbar. Auf der Internetseite werden zusätzliche schriftliche Informationen gegeben. Der Patient/die Patientin kann den Film beliebig oft ansehen, gewinnt dadurch Sicherheit im Umgang mit „seinem/ihrem“ Inhalationssystem oder kann gezielt Fragen stellen. Erst durch die richtige Anwendung kann das verordnete inhalative Medikament seine gewünschte Wirkung entfalten. Der Patient/die Patientin nimmt die Wirkung wahr, Symptome werden verringert, sinnloses Sprühen wird vermieden. Durch die effektive Therapie wird eine Verschlechterung der Erkrankung verhindert, die zu weiteren therapeutischen Maßnahmen führen würde. Auf diese Weise werden mit hoher Wahrscheinlichkeit unerwünschte Ereignisse auf Grund einer eigentlich unnötigen weiteren Behandlung unterbunden.

https://www.youtube.com/user/Atemwegsliga/playlists

https://www.atemwegsliga.de/richtig-inhalieren.html

Hauptautorin:
Dr. Uta Butt, Geschäftsführerin Deutsche Atemwegsliga e.V., Bad Lippspringe

 

Preisträger Prof. Dr. Heinrich Worth, Deutsche Atemwegsliga mit Jurorin Dr. Franziska Diel

Sonderpreis

Kinderanalgosedierungsteam (KAST) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

In den nationalen und internationalen Leitlinien zur Durchführung von Analgosedierungen für diagnostische Maßnahmen und kleine Eingriffe bei Säuglingen und Kindern werden verschiedene Sicherheitsstandards empfohlen. Vor allem sollen nach den Empfehlungen tiefe Analgosedierungen nicht durch den denselben Arzt durchgeführt werden, der auch die Prozedur durchführt. Oft werden Analgosedierungen allerdings vom Kinderarzt „nebenher“ übernommen, und auch die qualifizierte Beherrschung von Zwischenfällen ist nicht immer sichergestellt. Aus diesen Überlegungen heraus ist am UKE ein spezialisiertes Team zur Durchführung von Kinderanalgosedierungen etabliert worden (Kinderanalgosedierungsteam, KAST). Damit ist gewährleistet, dass sowohl die Aufgaben „Sedierung“ und „Untersuchung“ nicht von demselben Behandler durchgeführt werden als auch ein breites Sicherheitsnetz im Falle von Komplikationen zur Verfügung steht.

Unter Federführung des Bereichs Qualitätsmanagement des UKE wurde von einer interprofessionellen und interdisziplinären Projektgruppe die Einführung eines Teams für Kinderanalgosedierungen organisiert. Nach Genehmigung durch den Vorstand des UKE erfolgte die Umsetzung mit Anschaffung eines mobilen Arbeitsplatzes und Schaffung einer Vollzeitstelle sowohl für einen Facharzt (aufgeteilt auf Pädiatrie und Anästhesiologie) als auch einer Pflegekraft des Anästhesie-Funktionsdienstes. Seit August 2014 werden alle Analgosedierungen bei Kindern im gesamten Universitätsklinikum vom KAST durchgeführt.
Die Etablierung des KAST ermöglicht ein leitliniengerechtes Vorgehen bei der Analgosedierung von Kindern. Die retrospektive Auswertung der Sedierungsprotokolle aus dem Zeitraum August 2014 bis August 2015 ergab, dass bei 6,5% der insgesamt 784 Sedierungen unerwünschte Ereignisse auftraten. Es gab keine schwerwiegenden Komplikationen wie Herz-Kreislaufstillstand oder Aspiration. Lediglich in 4 von 784 Fällen (0,5%) musste die Prozedur aufgrund einer nicht lebensbedrohlichen Komplikation abgebrochen werden. Eine signifikante Verringerung des Komplikationsrisikos war unter anderem mit jedem Quartal mehr an Behandlungserfahrung des KAST festzustellen. Die beobachteten Komplikationsraten liegen in der Größenordnung vergleichbarer Literaturangaben. Die Ergebnisse belegen, dass eine entsprechende Expertise im Bereich der Analgosedierung komplex kranker Kinder einen wesentlichen Faktor für die Sicherheit darstellt. Somit können Patientensicherheit und Untersuchungsergebnisse wesentlich verbessert werden.

Für die Projektgruppe:
Dr. med. Sofia Apostolidou und Dr. med. Katharina Röher, Leitung des Kinderanalgosedierungsteams am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

 

Preisträger Dr. med. Sofia Apostolidou und Dr. med. Katharina Röher, Leiterinnen des Kinderanalgosedierungsteam (KAST) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit Jurorin Prof. Dr. Claudia Spies

Veröffentlichung weiterer eingereichter Arbeiten 2018

Um den Deutschen Preis für Patientensicherheit 2018 haben sich insgesamt 22 Einrichtungen, Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen beworben.

Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Patientensicherheit und stellen hierfür wichtige Maßnahmen dar. Wir freuen uns, dass wir von einigen Bewerbern das Einverständnis erhielten, das jeweilige Exposé ihrer Arbeit zu veröffentlichen.

(Die Reihenfolge ist zufällig).

 

Projekt: Konzeption, Implementierung und Evaluation eines Fehlerberichts- und Lernsystems in der ambulanten Versorgung („TKCIRS“)
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Hauptautorin: Dr. Beate Müller

Download Exposé

 

Projekt: Tübinger Trainingssystem für flexible Endoskopie als entscheidender Faktor zur Verbesserung der Patientensicherheit
Universitätsklinikum Tübingen, Experimentelle Chir. Endoskopie, Zentrum für Medizinische Forschung, Hauptautor: Prof. Dr. K. E. Grund

Download Exposé

 

Wissenschaftliche Arbeit: UKAPO – Unterstützte Kommunikation in der Apotheke
Markus Kosock für das Methodenzentrum Unterstützte Kommunikation gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)

Download Exposé

 

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2017 – Preisverleihung

Die feierliche Verleihung des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2017 fand am 04.05.2017 im Rahmen der APS-Jahrestagung am 04./05.05.2017 in Berlin statt.

Download „PREIS-Broschüre“

 

Bild: Prof. Wolfgang Böcker und PD Dr. Carl Neuerburg, Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum der LMU München
Dr. Carola Hasan, Kinderpalliativzentrum der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln
Christine Faller und Dr. Hanna Seidling, Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie Kooperationseinheit Klinische Pharmazie des Universitätsklinikums Heidelberg

Platz 1, dotiert mit 10.000 Euro

Qualitätssicherung in der Rezeptschreibung – eine Fünfjahres-Bilanz

Zusammenfassung:
In der Kommunikation eines Klinikums mit dem ambulanten Versorgungssektor werden Arzneimittelrezepte durch die Einführung des Entlassrezeptes in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Umso wichtiger ist daher eine hohe inhaltliche und formale Rezeptqualität, um Missverständnisse und Versorgungslücken zu vermeiden.

Derzeit werden am Universitätsklinikum Heidelberg ca. 250 000 Rezepte pro Jahr ausgestellt. Nicht zuletzt durch die Rückmeldung aus öffentlichen Apotheken wurde deutlich, wie fehlerbehaftet dieser Prozess war und welche Verunsicherung auf Seiten der Patienten durch missverständlich ausgestellte Rezepte entstand. Solche Rezepte führten auch in vielen Fällen zu zwingend notwendigen Rückfragen der Apotheken und damit vermeidbaren zeitlichen Zusatzbelastung auf allen Seiten.

Ziel war es, in einer flächendeckenden Qualitätsinitiative in den Hochschulambulanzen eines Großklinikums die formale Rezeptqualität nachhaltig so zu verbessern, dass Rezepte unmittelbar in den öffentlichen Apotheken beliefert werden können und damit zu einer hohen Versorgungsqualität beitragen.

Am Ende gelang es einem interdisziplinären Projektteam mit einem Netzwerk an Ansprechpartnern in den einzelnen Kliniken und unterstützt durch den Klinikumsvorstand, die Rückfragen aus den Apotheken von jedem 4. Rezept auf 4 % zu reduzieren. Begleitet durch kontinuierliche Schulungsangebote, über 250 Prozessberatungen Vor-Ort in den Kliniken und die Etablierung einer zentralen Hotline bei Rückfragen stieg auch die Nutzung der elektronischen Rezeptschreibung von 34,9 % auf über 80 % an. Die Ergebnisqualität wurde dabei durch Datenerhebungen in einer repräsentativen Zahl von Apotheken im Umkreis des Klinikums objektiviert, so dass der entscheidende Endpunkt im Alltag erhoben werden konnte.

Projektgruppe am Universitätsklinikum Heidelberg
Christine K. Faller1, Michael Metzner2, Markus Thalheimer3,
Michael Ober4, Torsten Hoppe-Tichy4, Günter Grüber5,
Anette Lampert1, Walter E. Haefeli1, Hanna M. Seidling1

1Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie Kooperationseinheit Klinische Pharmazie, 2Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, Medizinische Informationstechnologie, 3Qualitätsmanagement/Medizincontrolling, 4Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg, 5Zentrum für Informations- und Medizintechnik

Platz 2, dotiert mit 6.000 Euro

PALLINI – ein palliativpflegerisches Hygienekonzept

Zusammenfassung:
Ein aktuelles und relevantes Thema im Bereich der Patientensicherheit sind Antibiotikaresistenzen und die Verbreitung von multiresistenten Erregern (MRE).

In der pädiatrischen Palliativpflege konkurriert das berechtigte Ziel der Infektionsprävention und Patientensicherheit mit anderen übergeordneten Behandlungszielen. Der primäre Auftrag ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern oder zumindest, soweit möglich, zu erhalten. Hygienemaßnahmen, die bewusst den Patienten von anderen Menschen isolieren, können hier starke unerwünschte Nebeneffekte verursachen. Patienten, die in einem Einzelzimmer einer strengen Kontaktisolierung unterzogen werden, können weder an den pädagogisch-therapeutischen Gruppenangeboten noch am sozialen Leben auf der Station teilnehmen. Zudem fühlen sich die Patienten bzw. auch ihre Angehörigen in Einzelzimmerisolierung mitunter eingesperrt, stigmatisiert, ausgegrenzt und benachteiligt.

Daher wurde am Kinderpalliativzentrum der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln ein innovatives Hygienekonzept entwickelt – PALLINI. Es wurde an die Rahmenbedingungen der Kinderpalliativstation angepasst, so dass ein rational begründeter, aus Anwendersicht vernünftiger und praktikabler Kompromiss in Abwägung aller wichtigen Behandlungsziele entstanden ist.

In der ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeit wurde dieses neu entwickelte Konzept (PALLINI) detailliert beschrieben und evaluiert. Die Ergebnisse sind von herausragender Bedeutung für die praktischklinische Versorgung im Bereich der (pädiatrischen) Palliativversorgung. Trotz des bewussten Verzichts auf Einzelzimmerisolierung von Patienten, die mit MRE besiedelt sind, kam es nicht zu einem vermehrten Auftreten von nosokomialen Infektionen. Mithilfe von „PALLINI“ haben die Patienten der Kinderpalliativstation die Möglichkeit, trotz MRE-Nachweis am Stationsleben und an den therapeutischpädagogischen Angeboten der Station teilzunehmen. Der bewusste Verzicht auf Zimmerisolierung zugunsten einer Barrierepflege verbessert die medizinisch-pflegerische Versorgung.

Hauptautorin: Dr. rer. medic Pia Schmidt (MScN) et al.
Kinderpalliativzentrum der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln

 

Platz 3, dotiert mit 3.500 Euro

Koordiniertes Osteoporosemanagement von unfallchirurgischen Patienten mittels Fracture Liaison Service (FLS)

Zusammenfassung:

Viele Patienten erleiden Knochenbrüche (Frakturen) aufgrund von Stolperstürzen. Häufig wird die zugrundeliegende Osteoporose auch im Rahmen der operativen Frakturversorgung im Krankenhaus erkannt, die Umsetzung einer spezifischen Osteoporose-Therapie im Verlauf jedoch selten umgesetzt. Dabei haben diese Patienten, ein hohes Risiko, Osteoporose assoziierte Folgefrakturen zu erleiden. Eine Ursache des Behandlungsdefizits der Osteoporose liegt an den Schnittstellen zwischen Klinik, niedergelassenem Arzt und einem Spezialisten für die Osteoporose-Therapie. Durch die Etablierung sogenannter Fracture Liaison Services (FLS), wird eine individuelle Behandlung der Osteoporose über den stationären Aufenthalt hinaus durch eine geschulte Pflegekraft (FLS-Koordinatorin) gesichert. Dies stellt eine neuartige, effektive Möglichkeit dar, um die Versorgungslücke der Osteoporose zu schließen und Folgefrakturen zu reduzieren.

Die Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der LMU München ist die erste Klinik in Deutschland, welche den neuen Weg der Frakturprävention in dieser Form gegründet hat und durch die International Osteoporosis Foundation als FLS zertifiziert wurde.

Hauptautor: Priv.-Doz. Dr. med. Carl Neuerburg et al.
Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
Klinikum der LMU München

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2016

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2016 – Preisverleihung

Die feierliche Verleihung des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2016 fand am 14.04.2016 im Rahmen der APS-Jahrestagung am 14./15.04.2016 in Berlin statt.

Pressemeldung

Foto: v.l.n.r.: Prof. Dr. med. habil. Matthias Hübler, Prof. Dr. med. Albert Diefenbacher, Dipl.-Gerontologe Eckehard Schlauß, Dr. Andrea Steinbicker, Prof. Dr. Patrick Meybohm, Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Beckers, MME

1. Platz, dotiert mit 10.000 Euro

PATIENT BLOOD MANAGEMENT

Projektgruppe:

Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt
– Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DRKS-Blutspendedienst Baden Württemberg – Hessen, Frankfurt am Main
– Institut für Biostatistik und mathematische Modellierung, Universitätsklinikum Frankfurt
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Bonn
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Münster

Projekt-Exposé

 

2. Platz, dotiert mit 6.000 Euro

DEMENZ-DELIR-MANAGEMENT am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin

Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH
Autorengruppe: Dipl.-Gerontologe Eckehard Schlauß et al.

Projekt-Exposé

 

Wegen Bewertungsgleichstand zwei 3. Plätze, jeweils mit 2.000 Euro dotiert:

Sicherheit im Notfall – ein interdisziplinäres, innerklinisches Notfallmanagement zur Erhöhung der Patientensicherheit

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden
Autorengruppe: Prof. Dr. med. habil. Matthias Hübler et al.

Projekt-Exposé

 

und

Leitliniengerechte Therapie und Patientensicherheit durch softwaregestützte checklistenbasierte Notfallversorgung mit Hilfe eines Telenotarztsystems

Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Anästhesiologie und
Stadt Aachen, Ärztliche Leitung Rettungsdienst
Autorengruppe: Priv.-Doz. Dr. med Sebastian Bergrath et al.

Projekt-Exposé

Eingereichte Arbeiten 2016

 

Um den Deutschen Preis für Patientensicherheit 2016 haben sich insgesamt 41 Einrichtungen, Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen beworben.

Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Patientensicherheit und stellen hierfür wichtige Maßnahmen dar.

Wir freuen uns, einige dieser Arbeiten (Exposé unter Vorbehalt des Einverständnis des jeweiligen Bewerbers) veröffentlichen zu dürfen.

 

(Die Reihenfolge ist zufällig, sie entspricht nicht dem Bewertungsranking!)

 

Von der Krise zur Verfahrensanweisung: Etablierung eines strukturierten Vorgehens bei Zwischenfällen im Rahmen der Patientenbehandlung an der Universitätsmedizin Mainz

UNIVERSITÄTSMEDIZIN der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Autorengruppe: Univ.-Prof. Dr. med. Martin Weber et al.

Exposé

 

Einführung eines Rückkopplungsverfahrens zur Reduktion der Patientenverwechslungen im Krankenhaus

St. Josefs-Hospital Wiesbaden GmbH, Autorengruppe: Dr. med. Thomas H. Schneider et al.

Exposé

 

Sicherheitsoptimierung in der ambulanten Psychotherapie durch schriftliche Kommunikationshilfen

Dr. Dr. Herbert Mück

Exposé

 

Projekt SICKO (Sicherheit in der Kinderonkologie)
Entwicklung eines innovativen, interdisziplinären und modularisierten Einarbeitungs- und Trainingskonzeptes für Mitarbeiter der Kinder-Onkologie

Medizinische Hoschschule Hannover, Autorengruppe: PD Dr. Lorenz Grigull et al.

Exposé

 

Patientennahes MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) – Screening kann die Qualität der Patientenversorgung verbessern und Krankenhauskosten senken

Wertachkliniken Bobingen und Schwabmünchen, Autorengruppe: Dr.med. Helmut Probst et al.

Exposé

 

Mit Entertainment-Education zu mehr Patientensicherheit: Poetry Slam im niedergelassenen Bereich

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Autorengruppe: Marina Buchmann et al.

Exposé

Fotos der Preisverleihung

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2015

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2015 – Preisverleihung

 

Die feierliche Verleihung des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2015 fand am 16.04.2015 im Rahmen der APS-Jahrestagung am 16. und 17. April 2015:10 Jahre APS – Die Zukunft im Blick

Pressemeldung

 

Foto: Preisträger, VertreterInnen der Kooperationspartner, der Jury und des APS.

Platz 1:

Risikomanagement Dekubitus und Sturz an der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Autorengruppe: Armin Hauss et al.

Klinisches Qualitäts- und Risikomanagement der Charité

Projektexposé

 

Platz 2:

Verbesserung der Versorgungsqualität Frühgeborener durch intrinsisch motiviertes, videogestütztes Fehlermanagement

Autorengruppe: Prof. Dr. Mario Rüdiger et al.

Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus an der TU

Projektexposé

 

2 x Platz 3:

„Asklepios CIRS-Netz – Einrichtungsübergreifendes Lernen aus Fehlern“

Autorengruppe: Reiner Heuzeroth et al.

Asklepios Kliniken GmbH – Konzernbereich Qualität

Projektexposé

 

simparteam® – mehr als ein Notfalltraining für geburtshilfliche Teams

Autorengruppe: Dr. Ingeborg Singer et al.

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung in Bayern (MDK Bayern)

Projektexposé

Eingereichte Arbeiten 2015

 

Um den Deutschen Preis für Patientensicherheit 2015 haben sich insgesamt 44 Einrichtungen, Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen beworben.

Sie alle leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Patientensicherheit und stellen hierfür wichtige Maßnahmen dar.

Wir freuen uns, einige dieser Arbeiten (Exposé unter Vorbehalt des Einverständnis des jeweiligen Bewerbers) veröffentlichen zu dürfen.

 

(Die Reihenfolge ist zufällig, sie entspricht nicht dem Bewertungsranking!)

 

Das Intraoperative Controlling als Instrument der intraoperativen Qualitätssicherung – ist eine Umsetzung auch an einem Haus der Grund- und Regelversorgung möglich?
Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Autorengruppe: Dr. Andreas Westerfeld et al.

Exposé

 

„Der General Operation Manager (GOM) – prozessorientiertes Workflowmanagement-System“
AQUA Klinik GmbH, Klinik für HNO-Heilkunde

Autorengruppe: Prof. Dr. Gero Strauß et al.

Exposé

Standing Orders Procedures (SOP)
Algorithmen für bestimmte Krankheitsbilder in der Notfallrettung

Bayerisches Rotes Kreuz – Kreisverband Kronach
Autorengruppe: Martin Schmidt et al.

Exposé

 

Einschätzung von Dringlichkeiten: Fortbildungskonzept zur medizinischen Triage im ambulanten Bereich
Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe

Autorengruppe: Marina Buchmann et al.

Exposé

 

„Kinder-/Patientensicherheit in Kinderkliniken“ bezogen auf das Christliche Kinderhospital Osnabrück
Christliches Kinderhospital Osnabrück GmbH

Autorengruppe: Michael Winkler et al.

Exposé

 

Patienteninformation in der Orthopädie

Orthopädische Praxis Dr. Christoph Klein
Autor: Dr. Christoph Klein

Exposé

 

Arzneimittelsicherheit im Rettungsdienst

AGNN Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Ärzte e.V.
Autorengruppe: Dr. Sebastian Wirtz et al.

Exposé

 

Abgestempelt“: Erhöhung der Patientensicherheit durch pharmazeutisch begleitete Visiten im Klinikum Friedrichshafen und Kenntlichmachung einer pharmakologisch korrekten Medikation durch Stempelapplikation

Klinikum Friedrichshafen GmbH
Autorengruppe: Ursula Kovács et al.

Exposé

 

Detaillierte Information zur Medikation im Entlassungsbrief vom klinischen Pharmazeuten zur Therapieoptimierung bei Patienten mit zerebraler Ischämie

Klinikum Fulda gAG
Autorengruppe: Dr. rer. nat. Carina Hohmann et al.

Exposé

 

Die Evaluation des Einsatzes von Sensormatten zur Sturzprävention in stationären Pflegeeinrichtungen am Beispiel der Neurologischen Klinik und des BRK Alten- und Pflegeheim Bad Neustadt

Neurologische Klinik GmbH Bad Neustadt
Autorengruppe: Dominik Walter et al.

Exposé

 

When silence is dangerous: „Speaking up“ about safety concerns in oncology

Stiftung Patientensicherheit Schweiz
Autorengruppe: Prof. Dr. David Schwappach et al.

Exposé

 

Feedback nach Reanimation. Ein Projekt zur Verbesserung der Patientensicherheit in der Notfallversorgung durch Fehlervermeidung

Universitätsklinikum Gießen-Marburg GmbH
Autorengruppe: PD Dr. med Clemens Kill et al.

Exposé

 

Multimediales medizinisches Human Factors Online-Training „Human Factors“

Safe Hospital GbR
Autorengruppe: Dr. Martin Hinsch et al.

Exposé

 

Patientensicherheit am Zollernalb Klinikum

Zollernalb Klinikum gGmbH
Autorengruppe: Dr. Katharina Schmid et al.

Exposé

 

Der „Patientensicherheitsschirm“ – ein schützender Schirm, den die SHG-Kliniken Völklingen mit all ihren Aktivitäten über den Patienten aufgespannt haben

SHG-Kliniken Völklingen
Autorengruppe: Jessica Guenther et al.

Exposé

 

Person‐Centred Care – Co‐Creating a Healthcare Sector for the Future

DNV GL – Business Assurance Zertifizierung und Umweltgutachter GmbHAutorengruppe: Michael Niemeier et al.

Exposé

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2014

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2014 – Preisverleihung

 

Die feierliche Verleihung des Deutschen Preises für Patientensicherheit 2013/2014 fand am 03.04.2014 in Hamburg im Rahmen des „Gemeinsamen Kongresses für Patientensicherheit“ statt.

Pressemeldung

 

Foto: Preisträger und VertreterInnen der Kooperationspartner, der Jury und des APS.

1. Platz

ReduPharm KREATIV

Diakonie Düsseldorf e.V.

Autorengruppe: Klaus Patzelt et al.

Exposé

 

2. Platz

CIRS-NRW

Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe, Krankenhausgesellschaft Nordrhein Westfalen e.V.

Autorengruppe: Dr. phil. Michael Schwarzenau et al.

Exposé

 

3. Platz

Patientensicherheit im Medizinstudium

Medizinische Fakultät der Universität Zürich, Maennedorf – Schweiz

Autorengruppe: PD Dr. med Sven Staender et al.

Exposé

Fotos der Preisverleihung